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Name: No Index NoEingetragen am 12.02.2019 um 12:41:04
Homepage: http://www.noindex.com


No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
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Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
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Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:24:33
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:24:11
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein klein

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:23:43
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein klein

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:23:27
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, un

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:22:54
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:22:18
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein klein

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:21:48
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:21:00
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein klein

 
 
Name: No Index NoEingetragen am 11.12.2018 um 11:19:07
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No Index





Mein Leben! – Wie
schlecht ist eigentlich die Welt

Geboren wurde ich ohne zu
fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses
Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen.
Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will
um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel
erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie
Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem
Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß
werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis
zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal
anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach
nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch,
dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann
mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser
Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar,
einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie
nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete
sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner
damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit
einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann
irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da
meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt
und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich
gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass
ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle
hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent
verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse
Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den
Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich
eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf
einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest
der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere
mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren.
Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines
Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem
Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so
dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war
einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt
hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal
er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so
haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine
Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich
denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht
unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich
mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß
selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann,
werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist
und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir
haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man
sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit
dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt
nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus
Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und
sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne
abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige
gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute
überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in
unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre
Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn
genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am
Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß
Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war,
dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach
Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht.
Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste
Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat
er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies
ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie
gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine
Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von
ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute
immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit,
der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen
den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand
da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich
passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in
der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten
Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen
bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat
zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf
meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht.
Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner
Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter
Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung
von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt.
Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte
und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von
meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir
selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz
darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein
Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein,
dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie
waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste
mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem
Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir
hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent
nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und
auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir
meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum
ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug
gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich
nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war
es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir.
Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er
war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir
vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt
hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien
Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank
ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und
mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“
(8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab
es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir
richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen
lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren
Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer
schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann
würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht
schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich
ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie
beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal
die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter
nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu
erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen
Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen
unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die
Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe.
Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich
war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause
gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war,
habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert.
Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am
meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe
da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine
Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja
auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja
des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum
zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei
Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und
ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser
auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde
ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den
Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das
geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt
wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem
kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen
hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert.
Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und
dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich
von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war
es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man
wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein
vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an
geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute
noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato
ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und
verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure,
Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind
nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht
nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen
Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir
einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war
jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach
irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der
Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht
mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte
mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte:
„Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23
Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen.
Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen,
dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu
erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern
bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich
sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine
grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an.
Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt
wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach
unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde
gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen
„Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark
genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis
meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten.
Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein
paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner
Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb
zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese
Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch
zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein
kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte.
Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es
mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine
Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir
heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da
gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es
wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen
gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für
meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus,
ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich
muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und
mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die
Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert
hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute
noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt
behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester s

 
 
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